| Die Gründungsmitglieder: | |
| Hansruedi Oppliger | |
| Gernot Schneider | |
| Lukas Kelterborn | |
| Zur Geschichte der Tofurei Engel | Jurai Marcinko |
| Verena Krieger | |
| 1981 begannen einige junge Idealisten aus Zürich, Zug und Luzern mit der Herstellung von Tofu. | |
| Hansruedi hatte Tofu in den USA kennen gelernt. Verena, als Ernährungsberaterin, kannte Tofu aus | |
| Japan. Gernot und Hansruedi begannen Tofu herzustellen. Gleichzeitig erfuhren sie, dass in Zürich | |
| und Luzern auch andere junge Leute Tofu herstellen. Da ihnen eine Tofuherstellung im grösseren Stil | |
| vorschwebte, suchten sie den Kontakt und konnten sich schon beim ersten Treffen begeistert einigen. | |
| Hansruedi schrieb in seinem Bericht zum 20. Jubiläum: „Wir konnten uns zusammenraufen und das | |
| Firmenprogramm schon am ersten Tag erstellen. Es war ideologisch total überladen: Tofu aus lokalen | |
| biologischen Sojabohnen, täglich frisch und handwerklich in einem Kleinbetrieb hergestellt, auf | |
| kürzestem Wege zum Kunden, keine Frauendiskriminierung und atomstromfrei usw.“ | |
| Es blieb nicht bei Luftschlössern. In einer unbenutzten Waschküche in Zürich wurde mit viel Elan ein | |
| erster Produktionsraum eingerichtet und Tofu gekocht. Hansruedi schrieb dazu: „Lukas kaufte bei | |
| verschiedenen Gastroeinrichtungshändlern alte Geräte zusammen. Einen Fleischblitz, einen 150-Liter- | |
| Kochtopf usw. In Jurais Haus in Höngg hatte es eine unbenutzte Waschküche. Rasch die Türe mit | |
| dem Brecheisen verbreitert, auf dem Elektrotableau ein paar Drähte untergeklemmt, damit wir 3 | |
| Phasen zusammenkriegten und los ging’s.“ Mit dieser Begeisterung und diesem Elan kochten und | |
| organisierten die Gründergruppe weiter und kamen so nach Ottenbach in die alte Metzgerei im | |
| Untergeschoss des Kollektivrestaurants Engel. Wieder wurde mit dem gleichen grossen Einsatz ein | |
| alter Raum in einen neuen verwandelt, in deem ein für die Schweiz neues Produkt hergestellt | |
| wurde. In den neuen Räumen, zusammen mit neuen Leuten gaben sie sich die Form einer | |
| Genossenschaft und diskutierten halbe Nächte, um die Statuten festzulegen, was vielleicht an | |
| den Kräften zehrte, aber der Begeisterung keinen Abbruch tat. | |
| Ueber die Jahre zogen die Pioniere der Anfangszeit weg oder kehrten zu ihrer Ursprungsarbeit zurück. | |
| Neue MitarbeiterInnen kamen dazu. Die Geschäftsführung übernahm Peter Martmer und ab 1993 Paul | |
| Rippstein. 1997 erfolgte der Umzug in die alte Molki von Zwillikon. Wieder wurde mit viel Eigenarbeit | |
| nicht nur ein Raum, sondern ein ganzes Haus umgebaut. Im Herbst 2009 ging unsere Kochanlage | |
| defekt. Obwohl die Anlage ausgeschaltet war, haben sich die Heizstäbe aufgeheizt, ohne dass eine | |
| Sicherung reagierte. Das Resultat war, dass der Chromstahl Risse aufwies und das Hauptproduktions- | |
| mittel von einem Tag auf den anderen ausgefallen war. In einem Produktionsbetrieb darf es aber | |
| keinen Produktionsunterbruch geben. Das hiess: Ueber das Wochenende die alte Anlage rausreissen | |
| und am Montag mit Ersatzgeräten die Herstellung wieder aufzunehmen. | |
| Heute verfügen wir über zwei Kochanlagen. Seit anfangs dieses Jahres teilen sich Mathias Zeder und | |
| Paul Rippstein die Aufgaben der Geschäftsführung. | |
| Im Laufe der Zeit gab es viele Veränderungen. Geblieben ist das Engagement und die Freude an der | |
| Arbeit. Die tägliche Begeisterung, dass aus einer so unscheinbaren kleinen Bohne durch die eigene | |
| Tatkraft ein feines Lebensmittel wird. | |